Skoliose im Erwachsenenalter – was hilft?
Skoliose ist keine reine Kinderkrankheit. Viele Erwachsene leben mit einer Verkrümmung der Wirbelsäule – manche seit der Jugend, andere entwickeln sie erst im höheren Alter. Physiotherapie kann bei Skoliose-Beschwerden ein wichtiger Baustein sein. Expertenwissen aus der Körperzeit Kiel.
Jetzt Termin anfragenWas ist Skoliose?
Skoliose ist eine dreidimensionale Verkrümmung der Wirbelsäule: Die Wirbelsäule weicht seitlich ab, verdreht sich gleichzeitig und verändert ihr natürliches Krümmungsprofil. Bei Erwachsenen unterscheidet man zwischen idiopathischer Skoliose, die seit der Jugend besteht und sich im Erwachsenenalter unterschiedlich entwickeln kann, und degenerativer Skoliose, die durch altersbedingte Verschleißprozesse an Bandscheiben und Gelenken neu entsteht. Nicht jede Skoliose verursacht Beschwerden. Viele Menschen leben mit einer leichten Verkrümmung, ohne es zu wissen. Behandlungsbedürftig wird eine Skoliose, wenn sie Schmerzen oder Funktionseinschränkungen verursacht – das ist individuell sehr verschieden.
Welche Beschwerden kann Skoliose bei Erwachsenen verursachen?
Erwachsene mit Skoliose berichten häufig über Rückenschmerzen (besonders bei langem Stehen oder Sitzen), muskuläre Ungleichgewichte und Verspannungen, eingeschränkte Beweglichkeit in bestimmten Richtungen, zunehmende Formveränderung und in fortgeschrittenen Fällen Atemeinschränkungen durch veränderte Brustkorbform. Die Beschwerden müssen nicht proportional zum Ausmaß der Krümmung sein – eine leichte Skoliose kann Schmerzen verursachen, während manche stärkere Verkrümmungen wenig Beschwerden machen.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Wenn Sie Rückenschmerzen haben und eine Skoliose bekannt ist oder vermuten, ist Ihr Arzt der richtige Ansprechpartner. Ebenso, wenn sich Ihre Haltung sichtbar verändert oder bestehende Beschwerden zunehmen. Ihr Arzt beurteilt den aktuellen Stand, entscheidet über nötige Diagnostik und verordnet bei Bedarf Physiotherapie.
Wie kann Physiotherapie bei Skoliose helfen?
Physiotherapie kann eine bestehende Skoliose bei Erwachsenen nicht rückgängig machen – aber sie kann dazu beitragen, Schmerzen zu reduzieren, die Muskelbalance zu verbessern, die Haltung zu optimieren und ein Fortschreiten zu verlangsamen. Wie gut das im Einzelfall gelingt, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Bei Körperzeit arbeiten wir mit der Skoliosetherapie nach Katharina Schroth: einer dreidimensionalen Therapiemethode, die speziell für Skoliose entwickelt wurde. Ergänzend setzen wir manuelle Therapie und gezieltes Krafttraining ein. Über unser Hausaufgaben-System erhalten Sie ein tägliches Übungsprogramm – bei Skoliose ist regelmäßiges Eigentraining besonders wichtig.
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Jetzt Termin anfragenHäufige Fragen
Kann Skoliose im Erwachsenenalter schlimmer werden?
Ja, insbesondere degenerative Skoliosen können im Alter fortschreiten. Auch idiopathische Skoliosen ab einer bestimmten Krümmungsstärke neigen zur Verschlechterung. Regelmäßige ärztliche Kontrolle und Physiotherapie können dazu beitragen, das Fortschreiten zu verlangsamen.
Ist Sport bei Skoliose möglich?
Unbedingt – Bewegung ist einer der wichtigsten Faktoren. Schwimmen, Klettern, Pilates und gezieltes Krafttraining werden häufig empfohlen. Sportarten mit starker einseitiger Belastung sollten mit Ausgleichsübungen kombiniert werden. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihrem Physiotherapeuten, was für Sie geeignet ist.
Was ist die Schroth-Methode?
Die Skoliosetherapie nach Katharina Schroth ist ein dreidimensionaler Therapieansatz, der in Deutschland entwickelt wurde und weltweit als anerkannter Standard in der konservativen Skoliosetherapie gilt. Sie kombiniert Haltungskorrektur, Atemtechnik und gezielte Muskelarbeit.
Brauche ich ein Rezept für Skoliose-Physiotherapie?
Ja, Ihr Arzt verordnet Krankengymnastik oder Manuelle Therapie. Die Schroth-Methode wird im Rahmen dieser Verordnung angewendet. Gesetzlich Versicherte zahlen den Eigenanteil (10 % + 10 € Verordnungsgebühr). Privatversicherte und Selbstzahler benötigen ein Privatrezept.